Terry Taylor

22. Januar - 27. Februar 2016

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"Time will tell - The five senses"

Wer den Namen ‘Terry Taylor’ hört, erschauert zumeist. Die eine Person, weil dieser der Kampfschrei des gleichnamigen amerikanischen Wrestlers durch Mark und Bein geht, die andere Person wiederum, weil diese die Bilder der australischen Künstlerin Terry Taylor vor Augen hat. Wie? Diese Künstlerin kennen Sie nicht? Sowohl Unwissende als auch Wissende über Taylor’s Schaffen sollten nächstmöglich in der Galerie Frank Schlag & Cie., Meisenburgstraße 173, 45133 Essen, vorbeischauen: Denn ein Großteil jener schaurig schönen Kunstwerke wird vom 22. Januar 2016 bis zum 27. Februar 2016 in der Galerie Frank Schlag & Cie. in Essen zu sehen sein. Die Vernissage findet am Freitag, den 22.01.2016, in der Galerie statt.

Terry Taylor wurde 1958 in der Hafenstadt Geelong, im australischen Gliedstaat Victoria, geboren. Ihr künstlerisches Studium absolvierte sie an dem Prahran Centre for Adult Education und dem Victorian College of Arts der Universität Melbourne. Neben den vielen Ausstellungen in ihrem Heimatland, wurden ihre Arbeiten unter anderem bereits in Hong Kong, Paris, Österreich und Spanien präsentiert. Dies wird außerdem bereits die vierte Einzelausstellung der Künstlerin in der Galerie Frank Schlag & Cie. sein. Terry Taylor ist also ein bekanntes Gesicht in der Galerie, jetzt zeigt sie aber nun erstmalig in Deutschland zwei neue Serien aus den Jahren 2014 und 2015: Die Serie der fünf Sinne (‚the five Senses‘) und die Porträtdarstellungen von physisch und geistig Deformierten (‚portraits of the deformed‘), welche historische und literarische Figuren darstellen. Beide Serien haben das Thema rund um den Zerfall von Perfektion gemein.

Wie an den in der Galerie präsentierten Gemälden zu erkennen ist, lässt sich Terry Taylor zur Erarbeitung neuer Serien zum großen Teil von historischen und religiösen Ereignissen und Biografien inspirieren. Als Schwerpunkt ihrer Arbeit ist zu benennen, dass sie dabei auch Tabuthemen der Menschheitsgeschichte und der Religionen darstellt, die von einer Mehrheit an Menschen zumeist vermieden werden.

In diesem Zusammenhang, lässt sich ihrem gesamten Schaffenswerk ein roter Faden herausarbeiten: der Totenkopf. Der Totenkopf wird vielfach in der Kunstgeschichte, insbesondere bei der Untersuchung von Vanitas-Motiven, als Fragment des Vergänglichen und so als Symbol der Vergänglichkeit der menschlichen Existenz aufgefasst. Diese Absenz in der Präsenz ist ein Paradoxon. Obwohl laut der alten Vanitas-Malerei der Totenschädel als Objekt allgemein nicht in der Lage sei das Lebendige zu ersetzen, so schafft es die Gegenwartskünstlerin Terry Taylor nun dennoch, diesen Sprung zu schaffen:
Sie vermittelt den Betrachtern die dargestellten Skelette als handelnde Persönlichkeiten. Das menschliche Skelett und der zugehörige Totenschädel sollen ganz im Sinne der Vanitas-Überlieferungen in der Bildenden Kunst von den Betrachtern als Spiegelbild wahrgenommen werden. Verstärkt wird dieser Eindruck zudem, indem die Künstlerin mit fast altmeisterlicher Genauigkeit und Farbwahl ihre Ölgemälde auf Leinwand anfertigt.

Trotz dieser durchaus düsteren und durchaus kritischen Darstellungen, versäumt sie es nicht, stets ihre persönliche Sicht auf die Welt zu betonen. Diese Sicht, so wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag, ist jedoch nicht als negativ zu bezeichnen. Terry Taylor pflegt nämlich – ganz im Sinne der spätmittelalterlichen, christlichen Überlieferungen des Ars moriendi (lateinisch die Kunst des Sterbens) und wie es in anderen Kulturen auch üblich ist – einen möglichst natürlichen Umgang mit solchen Tabuthemen und Darstellungspraktiken, welchen sie auch an die Betrachter zu vermitteln vermag.

Besonders die Figuren, die in der Serie der fünf Sinne in der Galerie Frank Schlag & Cie. gezeigt werden, sind einen Besuch wert: Denn diese lebensgroßen Ölgemälde vermitteln ausdrucksstark wie die Wahrnehmung und das Bewusstsein des Menschen als handelndes Individuum von dessen fünf Sinnen beeinflusst wird. Der Zerfall der Sinne impliziert demnach einen Zerfall der Freiheit, welcher in eine Abhängigkeit resultiert. Dabei ermöglicht die Künstlerin den Betrachtern Freiraum zur Interpretation von wem oder was sich die Figuren in den Arbeiten abhängig machen. Lediglich vage Hinweise in den Titeln der Arbeiten geben Aufschluss darüber in welche Richtung es gehen könnte: Tod, Religion, Terror. Dies sind alles Themenbereiche, die für jeden einzelnen Menschen und sogar für die gesamte Menschheit seit Anbeginn von großer Bedeutung sind.

In diesem Sinne sind alle Interessierte zu der Vernissage am Freitag, den 22.01.2016, eingeladen. Wer es ruhiger mag, dem sei auch nach der Ausstellungseröffnung bis zum 27. Februar 2016 die Möglichkeit eines Besuches in der Galerie Frank Schlag & Cie in Essen gegeben.

Als Ergänzung zu den Porträtdarstellungen von Terry Taylor, befindet sich im Erdgeschoss der Galerie eine Gruppenausstellung zu dem Thema „Porträts“ mit ausgewählten Arbeiten u.a. von Isolde Frepoli, Dorothee Golz, Katrin Heichel, Katsura Funakoshi, Eva Schwab, Fred Stonehouse, Toon Teeken, Johannes Vetter und Bruno Walpoth.

 

Ann-Sophie Parker M.A.

 

The art gallery “Galerie Frank Schlag & Cie.” is going to exhibit an exclusive solo art exhibition of the well-known Australian artist Terry Taylor from January 22 2016, on view until February 27 2016: Galerie Frank Schlag & Cie., Meisenburgstrasse 173, zip code 45133 Essen (Ruhr), Germany.

The “Time will tell – the five senses” exhibition will feature 14 oil paintings at all. This solo exhibition is going to show two selected series of artworks which has been created in 2014 and 2015. This exhibition was organized by the art gallery Galerie Frank Schlag & Cie., Essen (Ruhr), in Germany.

Terry Taylor was born in 1958 in the port city Geelong, in the state of Victoria, in Australia. She graduated at the Prahran Centre for Adult Education and at the Victorian College of Arts, University of Melbourne. Besides of numerous art exhibitions in her home country, she also presented her works in Hong Kong, Paris, Austria and Spain. At the Galerie Frank Schlag & Cie., Germany, Terry Taylor is a familiar face: This year, it is going to be her fourth solo show already. However, the shown series “The Five Senses” and the portraits of “the Deformed”, which visualize historical and literal characters with mental and physical disabilities, have never been exhibited in Germany before. Thematically, both series have the decay of perfection in common.

As it can be seen in the exhibited artworks at the Galerie Frank Schlag & Cie., the artist mainly finds inspiration in historical and religious events and biographies. One of her main topics is the downsides of human history and religions. In spite of those intense and quite critical pictures, she still place emphasis on her own perspective of the world presenting death and decay as a natural process of life as it has been received by several culture groups.

For her creative work, the artist Terry Taylor mainly lives and breathes one leitmotif: the skull. In art history, the skull mainly finds it usage as a symbol in Vanitas art. This type of symbolic work of art corresponds to the meaninglessness and transience of earthly life and its goods. In this consideration, Terry Taylor’s work of art refers to the certainty of death and the decay of earthly pursuits. But she also makes an exception to this tradition: Terry Taylor does not use Vanitas symbols as lifeless objects but as manlike subjects. In fact, her quite realistic and convincing manner of visual performance appears to bring back her skeleton figures back to life as the painted Vanitas symbols are not only suggestive of their iconic charge but also present subjects capable of acting. This feature transmits the late medieval representing more in line with the contemporary view of the 21st century’s art world.

Everybody, who is interested in medieval art, vanitas art and/or contemporary art, should take a look on Terry Taylor’s work of art and visit the exhibition opening on 22 January 2016. For everybody else, who prefers a review on her masterpieces in silence and privacy, may come to the art gallery after the vernissage until 27 February 2016.
Besides of the exhibited paintings by Terry Taylor, the Galerie Frank Schlag & Cie. also presents a thrilling selection of other artists on the first floor. As Taylor’s artworks, they also all have the theme of visual views on portraits in common and, in addition to this, they thematically refer to the past group exhibition “Das Obere des Körpers” (the upper half of the body) of 2014 at the Galerie Frank Schlag & Cie. GmbH.

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Ann-Sophie Parker M.A.